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Im Grunde genommen ist Schleim nur Wasser in molekularen Ketten. Doch was heißt das schon. Das auf den ersten Blick so bescheidene Material ist ein Phänomen, das Raum und Zeit umspannt. Schleim umgibt uns, immer schon und überall, was wir jedoch nur allzu gern vergessen und verdrängen. Schleim besetzt Zwischenräume und Grenzflächen, um dort die ganz großen Stellschrauben zu bewegen. Auch im Inneren des Menschen, wo er gut versteckt sensible Oberflächen als Barriere schützt und gnadenlos selektiert: Die guten Mikroben umhegt er, die bösen setzt er vor die Tür. Er lässt Bakterien bunkern, Schnecken mauern und hält Schleimaalen sogar Haie vom Leib. Gleichzeitig ist es die Schleimspur, die den Schneckenmann zur Schneckenfrau führt und ihre Attraktivität sogar vorab verrät. Susanne Wedlich folgt der Spur des Schleims durch Kunst, Kultur und Wissenschaft: Haeckels Urschleim, der für wenige Jahre Gott spielen durfte; fiktive Schleim-Monster und reale Schleim-Kreationen aus der modernen Forschung, die sich von Schleimen aus der Natur inspirieren lässt und die Zerbrechlichkeit unserer körpereigenen Barrieren besser verstehen möchte. Denn schlussendlich kennt jede evolutionäre Frage auch eine Antwort aus Schleim, ohne den es kein Leben geben kann. Er hält Gemeinschaften und ganze Biotope zusammen - solange ihm nicht der Klimawandel in die Quere kommt (und selbst der wird ihm vermutlich weniger anhaben als uns).
'Du! Du wertloses bisschen Schleim! Du ekelhafter sämiger Plumpstropfen! Du schwache elektrochemische Verbindung! Du bist nichts weiter als ein instabiles Kurzkettenmolekül!' - Ghostbusters - Die Geisterjäger
'Krankheit ist eine Schwäche, Sex eine Peinlichkeit und Tod unsere größte Angst. Sie sind auch Grenzerfahrungen zwischen Gesundheit und Siechtum, Ich und Du, Leben und Auflösung, allesamt außerordentlich schleimige Angelegenheiten. Unsere biologische Endlichkeit können wir nur verdrängen, wenn wir Schleim von unserem Bewusstsein fernhalten, als eine Art allgegenwärtiger blinder Fleck.' Susanne Wedlich, Das Buch vom Schleim
Im Grunde genommen ist Schleim nur Wasser in molekularen Ketten. Doch was heißt das schon. Das auf den ersten Blick so bescheidene Material ist ein Phänomen, das Raum und Zeit umspannt. Schleim umgibt uns, immer schon und überall, was wir jedoch nur allzu gern vergessen und verdrängen. Schleim besetzt Zwischenräume und Grenzflächen, um dort die ganz großen Stellschrauben zu bewegen. Auch im Inneren des Menschen, wo er gut versteckt sensible Oberflächen als Barriere schützt und gnadenlos selektiert: Die guten Mikroben umhegt er, die bösen setzt er vor die Tür. Er lässt Bakterien bunkern, Schnecken mauern und hält Schleimaalen sogar Haie vom Leib. Gleichzeitig ist es die Schleimspur, die den Schneckenmann zur Schneckenfrau führt und ihre Attraktivität sogar vorab verrät. Susanne Wedlich folgt der Spur des Schleims durch Kunst, Kultur und Wissenschaft: Haeckels Urschleim, der für wenige Jahre Gott spielen durfte; fiktive Schleim-Monster und reale Schleim-Kreationen aus der modernen Forschung, die sich von Schleimen aus der Natur inspirieren lässt und die Zerbrechlichkeit unserer körpereigenen Barrieren besser verstehen möchte. Denn schlussendlich kennt jede evolutionäre Frage auch eine Antwort aus Schleim, ohne den es kein Leben geben kann. Er hält Gemeinschaften und ganze Biotope zusammen - solange ihm nicht der Klimawandel in die Quere kommt (und selbst der wird ihm vermutlich weniger anhaben als uns).
'Du! Du wertloses bisschen Schleim! Du ekelhafter sämiger Plumpstropfen! Du schwache elektrochemische Verbindung! Du bist nichts weiter als ein instabiles Kurzkettenmolekül!' - Ghostbusters - Die Geisterjäger
'Krankheit ist eine Schwäche, Sex eine Peinlichkeit und Tod unsere größte Angst. Sie sind auch Grenzerfahrungen zwischen Gesundheit und Siechtum, Ich und Du, Leben und Auflösung, allesamt außerordentlich schleimige Angelegenheiten. Unsere biologische Endlichkeit können wir nur verdrängen, wenn wir Schleim von unserem Bewusstsein fernhalten, als eine Art allgegenwärtiger blinder Fleck.' Susanne Wedlich, Das Buch vom Schleim
Susanne Wedlich hat Biologie und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Wissenschaftsautorin unter anderem für
Spiegel Online
, die
Süddeutsche Zeitung
und
Spektrum der Wissenschaft
. Mit 'Das Fleisch' gewann sie 2011 den vom Buchjournal ausgelobten Kurzgeschichten-Wettbewerb.
Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign und lebt als freie Schriftstellerin und Buchgestalterin in Berlin. Sowohl ihr
Atlas der abgelegenen Inseln
als auch ihr Bildungsroman
Der Hals der Giraffe
wurden von der Stiftung Buchkunst zum 'Schönsten deutschen Buch' gekürt. Für ihr
Verzeichnis einiger Verluste
erhielt sie 2018 den Wilhelm-Raabe-Preis. Seit dem Frühjahr 2013 gibt sie die Reihe Naturkunden heraus.
| Erscheinungsjahr: | 2019 |
|---|---|
| Genre: | Mathematik, Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Technik allg. |
| Rubrik: | Naturwissenschaften & Technik |
| Medium: | Buch |
| Reihe: | Naturkunden |
| Inhalt: | 287 S. |
| ISBN-13: | 9783957577740 |
| ISBN-10: | 3957577748 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Leinen (Buchleinen) |
| Autor: | Wedlich, Susanne |
| Redaktion: | Schalansky, Judith |
| Herausgeber: | Judith Schalansky |
| Illustrator: | Rosenlehner, Michael |
| Hersteller: |
Matthes & Seitz Verlag
MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH |
| Verantwortliche Person für die EU: | MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH, Andreas Rötzer, Großbeerenstr. 57a, D-10965 Berlin, info@matthes-seitz-berlin.de |
| Maße: | 233 x 176 x 20 mm |
| Von/Mit: | Susanne Wedlich |
| Erscheinungsdatum: | 01.11.2019 |
| Gewicht: | 0,603 kg |