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Beschreibung
Franz Dingelstedts Die Amazone entfaltet im Horizont des deutschsprachigen Künstlerromans eine Studie über künstlerische Berufung, gesellschaftliche Rollenerwartung und die gefährliche Verführung ästhetischer Selbstinszenierung. Die titelgebende "Amazone" erscheint weniger als bloße exotische Figur denn als Chiffre einer kämpferischen, auf Autonomie zielenden Kunstexistenz. Dingelstedt verbindet erzählerische Reflexion, psychologische Beobachtung und feuilletonistische Eleganz; sein Stil verrät die Erfahrung des Theatermannes, der Gesten, Dialoge und öffentliche Wirkung genau kalkuliert. Im literarischen Kontext des 19. Jahrhunderts steht der Roman zwischen romantischer Künstlerproblematik und realistischem Gesellschaftsblick. Dingelstedt, 1814 geboren und 1881 gestorben, war Dichter, Journalist, Dramaturg und einer der einflussreichen Bühnenleiter seiner Zeit. Bekannt wurde er durch die politisch wachen Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters; später prägte er Hof- und Stadttheater, besonders in München, Weimar und Wien. Seine doppelte Erfahrung von Literatur und Institution, Ideal und Publikumserfolg, erklärt die Spannung des Romans: Kunst erscheint hier nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern mitten in ihren Machtformen. Die Amazone empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die den Künstlerroman nicht nur als Bildungs- oder Liebesgeschichte, sondern als Analyse kultureller Selbstbehauptung verstehen wollen. Wer sich für Vormärz, Theatergeschichte und Geschlechterbilder des 19. Jahrhunderts interessiert, findet ein reiches, klug komponiertes Werk.
Franz Dingelstedts Die Amazone entfaltet im Horizont des deutschsprachigen Künstlerromans eine Studie über künstlerische Berufung, gesellschaftliche Rollenerwartung und die gefährliche Verführung ästhetischer Selbstinszenierung. Die titelgebende "Amazone" erscheint weniger als bloße exotische Figur denn als Chiffre einer kämpferischen, auf Autonomie zielenden Kunstexistenz. Dingelstedt verbindet erzählerische Reflexion, psychologische Beobachtung und feuilletonistische Eleganz; sein Stil verrät die Erfahrung des Theatermannes, der Gesten, Dialoge und öffentliche Wirkung genau kalkuliert. Im literarischen Kontext des 19. Jahrhunderts steht der Roman zwischen romantischer Künstlerproblematik und realistischem Gesellschaftsblick. Dingelstedt, 1814 geboren und 1881 gestorben, war Dichter, Journalist, Dramaturg und einer der einflussreichen Bühnenleiter seiner Zeit. Bekannt wurde er durch die politisch wachen Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters; später prägte er Hof- und Stadttheater, besonders in München, Weimar und Wien. Seine doppelte Erfahrung von Literatur und Institution, Ideal und Publikumserfolg, erklärt die Spannung des Romans: Kunst erscheint hier nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern mitten in ihren Machtformen. Die Amazone empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die den Künstlerroman nicht nur als Bildungs- oder Liebesgeschichte, sondern als Analyse kultureller Selbstbehauptung verstehen wollen. Wer sich für Vormärz, Theatergeschichte und Geschlechterbilder des 19. Jahrhunderts interessiert, findet ein reiches, klug komponiertes Werk.
Details
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 124 S.
ISBN-13: 9788027364565
ISBN-10: 8027364566
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Dingelstedt, Franz
Hersteller: e-artnow
Verantwortliche Person für die EU: e-artnow s.r.o., Za Sidlistem 22, ?-143 00 Prague, kristoferpaetau@gmail.com
Maße: 229 x 152 x 7 mm
Von/Mit: Franz Dingelstedt
Erscheinungsdatum: 20.12.2022
Gewicht: 0,192 kg
Artikel-ID: 126415948