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Beschreibung
Die Lessing-Legende ist keine konventionelle Biographie, sondern eine polemisch geschärfte, quellenkundige Kritik an der bürgerlich-nationalen Vereinnahmung Gotthold Ephraim Lessings. Mehring liest Lessings Werk im Spannungsfeld von Aufklärung, feudaler Zensur, protestantischer Orthodoxie und aufsteigender bürgerlicher Öffentlichkeit. Sein Stil verbindet philologische Genauigkeit mit marxistischer Geschichtsdeutung: literarische Formen erscheinen nicht isoliert, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Kämpfe und ideologischer Interessen. Franz Mehring, Journalist, Historiker und einer der bedeutenden marxistischen Intellektuellen der deutschen Sozialdemokratie, schrieb aus der Erfahrung des wilhelminischen Kaiserreichs heraus, in dem Kulturgeschichte häufig zur Legitimation preußischer Macht umgeformt wurde. Seine eigene Entwicklung vom liberalen Publizisten zum sozialistischen Kritiker schärfte seinen Blick für Klasseninteressen, Traditionsbildung und politische Mythen. Gerade deshalb interessiert ihn Lessing als kämpferischer Aufklärer, nicht als entpolitisierte Nationalikone. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literaturgeschichte als intellektuelle Auseinandersetzung begreifen wollen. Es bietet nicht nur eine Revision des Lessing-Bildes, sondern auch ein methodisches Beispiel historisch-materialistischer Kritik. Wer verstehen möchte, wie Klassiker entstehen, benutzt und verfälscht werden, findet hier eine ebenso gelehrte wie streitbare Lektüre.
Die Lessing-Legende ist keine konventionelle Biographie, sondern eine polemisch geschärfte, quellenkundige Kritik an der bürgerlich-nationalen Vereinnahmung Gotthold Ephraim Lessings. Mehring liest Lessings Werk im Spannungsfeld von Aufklärung, feudaler Zensur, protestantischer Orthodoxie und aufsteigender bürgerlicher Öffentlichkeit. Sein Stil verbindet philologische Genauigkeit mit marxistischer Geschichtsdeutung: literarische Formen erscheinen nicht isoliert, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Kämpfe und ideologischer Interessen. Franz Mehring, Journalist, Historiker und einer der bedeutenden marxistischen Intellektuellen der deutschen Sozialdemokratie, schrieb aus der Erfahrung des wilhelminischen Kaiserreichs heraus, in dem Kulturgeschichte häufig zur Legitimation preußischer Macht umgeformt wurde. Seine eigene Entwicklung vom liberalen Publizisten zum sozialistischen Kritiker schärfte seinen Blick für Klasseninteressen, Traditionsbildung und politische Mythen. Gerade deshalb interessiert ihn Lessing als kämpferischer Aufklärer, nicht als entpolitisierte Nationalikone. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literaturgeschichte als intellektuelle Auseinandersetzung begreifen wollen. Es bietet nicht nur eine Revision des Lessing-Bildes, sondern auch ein methodisches Beispiel historisch-materialistischer Kritik. Wer verstehen möchte, wie Klassiker entstehen, benutzt und verfälscht werden, findet hier eine ebenso gelehrte wie streitbare Lektüre.
Details
| Erscheinungsjahr: | 2022 |
|---|---|
| Genre: | Politikwissenschaften |
| Rubrik: | Wissenschaften |
| Medium: | Taschenbuch |
| Inhalt: | 236 S. |
| ISBN-13: | 9788027350643 |
| ISBN-10: | 8027350646 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Mehring, Franz |
| Hersteller: | e-artnow |
| Verantwortliche Person für die EU: | e-artnow s.r.o., Za Sidlistem 22, ?-143 00 Prague, kristoferpaetau@gmail.com |
| Maße: | 229 x 152 x 12 mm |
| Von/Mit: | Franz Mehring |
| Erscheinungsdatum: | 15.12.2022 |
| Gewicht: | 0,329 kg |