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Beschreibung

In Deutschland mangelt es an formalisierten Beschwerde- und Schlichtungssystemen für Gebärdensprachdolmetscher*innen (GSD) und ihre Kund*innen. Ein Überhang von Machtmitteln erhöht das Risiko für GSD, sich gegenüber tauben Kund*innen repressiv zu verhalten. Beschwerde- und Schlichtungsstellen werden als Möglichkeit diskutiert, diese Machtasymmetrie zu reflektieren und zu bearbeiten und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die empirische Fundierung umfasst Fokusgruppendiskussionen, begleitende Beobachtungen und Expert*inneninterviews und verfolgt einen möglichst partizipativen, community-basierten Ansatz. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Beschwerde- und Schlichtungsstelle einen Baustein für eine rechtebasierte, emanzipatorische Professionalisierung des Berufsstandes von GSD bildet. Allyship in der Dienstleistungsbeziehung wird so um machtkritische Perspektiven erweitert. Eine Beschwerde- und Schlichtungsstelle kann, über eine moralische Selbstverpflichtung Dolmetschender hinaus, als Einlösung der Rechte tauber Menschen verstanden werden.

In Deutschland mangelt es an formalisierten Beschwerde- und Schlichtungssystemen für Gebärdensprachdolmetscher*innen (GSD) und ihre Kund*innen. Ein Überhang von Machtmitteln erhöht das Risiko für GSD, sich gegenüber tauben Kund*innen repressiv zu verhalten. Beschwerde- und Schlichtungsstellen werden als Möglichkeit diskutiert, diese Machtasymmetrie zu reflektieren und zu bearbeiten und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die empirische Fundierung umfasst Fokusgruppendiskussionen, begleitende Beobachtungen und Expert*inneninterviews und verfolgt einen möglichst partizipativen, community-basierten Ansatz. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Beschwerde- und Schlichtungsstelle einen Baustein für eine rechtebasierte, emanzipatorische Professionalisierung des Berufsstandes von GSD bildet. Allyship in der Dienstleistungsbeziehung wird so um machtkritische Perspektiven erweitert. Eine Beschwerde- und Schlichtungsstelle kann, über eine moralische Selbstverpflichtung Dolmetschender hinaus, als Einlösung der Rechte tauber Menschen verstanden werden.

Über den Autor
Anika Loidl-Wunder (M.A.) arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrende mit den Schwerpunkten Dolmetschpraxis, Dolmetschtheorie und Berufsethik. Seit 2020 ist sie als Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch tätig und promoviert an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.
Inhaltsverzeichnis

Einleitung.- Feststellung des Status Quo.- Macht im Dolmetschprozess.- Beschwerdemanagement und Schlichtung.- Forschungsdesign.- Ergebnisdarstellung.- Ergebnisdiskussion.- Fazit.

Details
Erscheinungsjahr: 2025
Fachbereich: Angewandte Psychologie
Genre: Geisteswissenschaften, Kunst, Musik, Psychologie
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung
Inhalt: xvi
189 S.
5 s/w Illustr.
189 S. 5 Abb.
ISBN-13: 9783658487454
ISBN-10: 3658487453
Sprache: Deutsch
Herstellernummer: 89559821
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Loidl-Wunder, Anika
Hersteller: Springer Gabler
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung
Verantwortliche Person für die EU: Springer VS in Springer Science + Business Media, Abraham-Lincoln-Str. 46, D-65189 Wiesbaden, juergen.hartmann@springer.com
Maße: 210 x 148 x 12 mm
Von/Mit: Anika Loidl-Wunder
Erscheinungsdatum: 22.07.2025
Gewicht: 0,276 kg
Artikel-ID: 133677404