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Beschreibung
Dieses Buch hat eine sonderbare Entstehungsgeschichte. Eine New Yorker Zeitung hatte Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von der Restaurierung der altehrwürdigen Synagoge im Dorf Alsenz/Nordpfalz durch einen evangelischen Pfarrer berichtet. Jack Heinz Honig (Parlin, N.J., USA), ein gebürtiger Jude aus Alsenz, hörte von diesem Bericht. Sofort wurde sein Interesse geweckt, hatte er doch einst in der Alsenzer Synagoge seine Bar Mizwa gefeiert und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als amerikanischer Soldat mit Wehmut die heruntergekommene ehemalige Synagoge in Alsenz gesehen.
Brieflich setzte er sich mit dem neuen Besitzer der renovierten Synagoge in Verbindung und gratulierte zur gelungenen Renovierung. Ein reger Briefwechsel zwischen Jack Honig (Parlin, USA) und Familie Knerr (Alsenz) begann. Es kam zu Besuchen in Alsenz und zu Gegenbesuchen in Parlin/USA. Jack Honig erzählte, dass er an seiner Biographie schreibe. Sie behandele auch seine leidvollen Erfahrungen als Jude während des Dritten Reiches und die Nöte eines armen Emigranten. Meine Frau Karin Zimmer-Knerr bekundete lebhaftes Interesse an dieser Arbeit und erklärte sich bereit, das Werk aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Mitte der 1990er Jahre begann meine Frau mit der Übersetzungsarbeit. Als das ihr lieb gewordene Werk fast vollendet war, erkrankte sie schwer. Nach längerem Leiden starb sie 2007, ohne das Erscheinen des Buches zu erleben, an dem sie jahrelang mit Eifer gearbeitet hatte. Nach einigem Zögern wurde mir klar, dass ich das von meiner Frau begonnene Werk fortsetzen und zum Abschluss bringen müsse. Zwei Gründe waren maßgebend für diesen Entschluss: Erstens erschien mir die Biografie von Jack Heinz Honig für die Kultur- und Zeitgeschichte der Nordpfalz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in hohem Maße bedeutsam. Zweitens fühlte ich mich meiner verstorbenen Frau gegenüber verpflichtet, die Jahre ihres Lebens der Beschäftigung mit dem Judentum und der Übersetzung der Biografie von Jack Honig gewidmet hatte.
Das von meiner Frau begonnene Werk liegt nun in überarbeiteter und ergänzter Form vor. Leserinnen und Leser erhalten einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse der Nordpfalz während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Schrecken des Holocaust werden am persönlichen Beispiel eindringlich geschildert. Gleichzeitig wird Lebensmut geweckt. Staunend erkennt man, wie ein Mensch - trotz des Verlustes seiner Nächsten - Hoffnung und Zuversicht bewahren kann.
Dieses Buch hat eine sonderbare Entstehungsgeschichte. Eine New Yorker Zeitung hatte Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von der Restaurierung der altehrwürdigen Synagoge im Dorf Alsenz/Nordpfalz durch einen evangelischen Pfarrer berichtet. Jack Heinz Honig (Parlin, N.J., USA), ein gebürtiger Jude aus Alsenz, hörte von diesem Bericht. Sofort wurde sein Interesse geweckt, hatte er doch einst in der Alsenzer Synagoge seine Bar Mizwa gefeiert und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als amerikanischer Soldat mit Wehmut die heruntergekommene ehemalige Synagoge in Alsenz gesehen.
Brieflich setzte er sich mit dem neuen Besitzer der renovierten Synagoge in Verbindung und gratulierte zur gelungenen Renovierung. Ein reger Briefwechsel zwischen Jack Honig (Parlin, USA) und Familie Knerr (Alsenz) begann. Es kam zu Besuchen in Alsenz und zu Gegenbesuchen in Parlin/USA. Jack Honig erzählte, dass er an seiner Biographie schreibe. Sie behandele auch seine leidvollen Erfahrungen als Jude während des Dritten Reiches und die Nöte eines armen Emigranten. Meine Frau Karin Zimmer-Knerr bekundete lebhaftes Interesse an dieser Arbeit und erklärte sich bereit, das Werk aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Mitte der 1990er Jahre begann meine Frau mit der Übersetzungsarbeit. Als das ihr lieb gewordene Werk fast vollendet war, erkrankte sie schwer. Nach längerem Leiden starb sie 2007, ohne das Erscheinen des Buches zu erleben, an dem sie jahrelang mit Eifer gearbeitet hatte. Nach einigem Zögern wurde mir klar, dass ich das von meiner Frau begonnene Werk fortsetzen und zum Abschluss bringen müsse. Zwei Gründe waren maßgebend für diesen Entschluss: Erstens erschien mir die Biografie von Jack Heinz Honig für die Kultur- und Zeitgeschichte der Nordpfalz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in hohem Maße bedeutsam. Zweitens fühlte ich mich meiner verstorbenen Frau gegenüber verpflichtet, die Jahre ihres Lebens der Beschäftigung mit dem Judentum und der Übersetzung der Biografie von Jack Honig gewidmet hatte.
Das von meiner Frau begonnene Werk liegt nun in überarbeiteter und ergänzter Form vor. Leserinnen und Leser erhalten einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse der Nordpfalz während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Schrecken des Holocaust werden am persönlichen Beispiel eindringlich geschildert. Gleichzeitig wird Lebensmut geweckt. Staunend erkennt man, wie ein Mensch - trotz des Verlustes seiner Nächsten - Hoffnung und Zuversicht bewahren kann.
Über den Autor
Im Jahre 1976 unternahm ich mit meiner Frau Molly eine Europa-Reise. Wir
verzichteten auf das Nachtleben im Pariser "Moulin Rouge" und fuhren nach
Deutschland. Unsere erste Station war Alsenz. Leider hatten wir nur wenig
Zeit für den jüdischen Friedhof und fuhren dann nach Neustadt/Weinstraße
weiter.
Onkel Richards ehemalige Bäckerei war an einen christlichen Sozialdienst
vermietet. Der Angestellte kannte die Geschichte des Hauses nicht, war aber
sehr freundlich und interessiert, als ich den Schlußstein über der Haustür erklärte.
Dieser zeigt ein Kind, das Mazze ißt. Der Mann wußte nichts von
Mazzen und nichts von Pessach und auch nichts vom Zusammenhang zwischen
dem Pessachmahl und dem "letzten Abendmahl".
Anschließend besuchten wir Alfred, der damals in Frankfurt am Main wohnte.
Wir hatten uns über 50 Jahre nicht mehr gesehen. Er war fast 70 Jahre alt,
hager und machte einen gesunden Eindruck. Sein Wohnzimmer war klein und
spärlich möbliert, fast wie eine Mönchszelle. Alfred war ein streng orthodoxer
Jude geworden. Er sagte uns, daß er sich wohl eine bessere Wohnung leisten
könne, seine jetzige Behausung liege jedoch sehr praktisch in der Nähe der
Synagoge und eines koscheren Restaurants.
Etwa 15 Jahre später, also Anfang der 1990er Jahre, kamen wir mit Familie
Knerr in Kontakt. Klaus Knerr war Pfarrer einer Frankfurter Gemeinde; seine
Frau Karin hatte künstlerische Interessen. Im Sommer 1993 luden wir das
Ehepaar Knerr zu uns nach New Jersey ein, und beide zeigten großes Interesse
an unserer jüdischen Gemeinde Ohav Shalom. Beide waren sympathische, liberale
Vertreter des Humanitätsgedankens, Menschen unserer Art.
Als wir 1997 nach Israel fuhren, planten wir einen Kurzaufenthalt in
Deutschland, und das Ehepaar Knerr machte für uns ein bedeutsames Erlebnis
daraus. Sie holten uns am Flughafen Frankfurt/Main ab, wir fuhren zunächst
nach Alsenz, wo wir den jüdischen Friedhof und die restaurierte ehemalige
Synagoge besuchten. Dann fuhren wir nach Obermoschel, wo wir einst an den
jüdischen Gottesdiensten teilgenommen hatten. Anschließend ging es nach Bad
Kreuznach, wo ich - mit vielen Kümmernissen - vier Jahre lang das Gymnasium
besucht hatte. Die Nacht verbrachten wir im Gästezimmer der ehemaligen
Synagoge in Alsenz, und wir bewunderten einmal mehr die große Leistung,
welche Familie Knerr mit der Restaurierung der ehemaligen Synagoge vollbracht
hatte.

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