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Beschreibung
Ein entscheidendes Werk für die Wirkung orientalischer Literatur in [...] Jahr 1819 war für die Rezeption orientalischer Literatur in Deutschland entscheidend. Friedrich Rückert wagte in Wien den Schritt in die Orientalistik, und Goethes West-östlicher Divan erschien bei Cotta. Beide Dichter hatten in dem Wiener Gelehrten Joseph von Hammer ihren Lehrer. Denn seine kommentierte Übersetzung des persischen Dichters Hafis ebnete klassisch gebildeten Lesern den Weg: Wer Anakreon, Horaz und Properz kannte, der stieß in Hafis` Diwan überall auf Vertrautes. Rückert fand in der Restaurationszeit ein Sprachrohr im Sänger Hafis, der nicht nur den Liebesschmerz im Wein ertränkt, sondern damit in der Schenke gegen Sittenwächter aufbegehrt. Rückerts Oestliche Rosen bereiten den Liebesfrühling vor, und er ist stolz darauf, dass ihm die sprachliche Bändigung des Ghasels gelungen ist. Noch vor August von Platen hatte er zudem die Ghaselen des Mystikers Dschelaleddin Rumi für sich entdeckt. Bewegend trifft er den Ton, wie der Sufi nach Gotteserkenntnis bis zur Selbstaufgabe sucht, und er zeigt damit, dass dieser Absolutheitsanspruch dem Zeitalter des Idealismus nicht fremd ist und dass diese Religiosität unabhängig von Glaubenszugehörigkeit und Orthodoxie ist.
Ein entscheidendes Werk für die Wirkung orientalischer Literatur in [...] Jahr 1819 war für die Rezeption orientalischer Literatur in Deutschland entscheidend. Friedrich Rückert wagte in Wien den Schritt in die Orientalistik, und Goethes West-östlicher Divan erschien bei Cotta. Beide Dichter hatten in dem Wiener Gelehrten Joseph von Hammer ihren Lehrer. Denn seine kommentierte Übersetzung des persischen Dichters Hafis ebnete klassisch gebildeten Lesern den Weg: Wer Anakreon, Horaz und Properz kannte, der stieß in Hafis` Diwan überall auf Vertrautes. Rückert fand in der Restaurationszeit ein Sprachrohr im Sänger Hafis, der nicht nur den Liebesschmerz im Wein ertränkt, sondern damit in der Schenke gegen Sittenwächter aufbegehrt. Rückerts Oestliche Rosen bereiten den Liebesfrühling vor, und er ist stolz darauf, dass ihm die sprachliche Bändigung des Ghasels gelungen ist. Noch vor August von Platen hatte er zudem die Ghaselen des Mystikers Dschelaleddin Rumi für sich entdeckt. Bewegend trifft er den Ton, wie der Sufi nach Gotteserkenntnis bis zur Selbstaufgabe sucht, und er zeigt damit, dass dieser Absolutheitsanspruch dem Zeitalter des Idealismus nicht fremd ist und dass diese Religiosität unabhängig von Glaubenszugehörigkeit und Orthodoxie ist.
Zusammenfassung
Friedrich Rückert (1788-1866) galt seinerzeit als der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache. Als Gelehrter und Übersetzer nah- und fernöstlicher Lyrik hat er der deutschen Sprache »einen Schatz geschenkt, den keine andere Sprache besitzt«. (Annemarie Schimmel)
Rudolf Kreutner, Jg. 1954; seit 1998 Mitherausgeber der historisch-kritischen Ausgabe der Werke von Friedrich Rückert (1788-1866) und Autor zahlreicher Aufsätze zur Kultur- und Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts. 2006 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen-Nürnberg geehrt; 2024 Friedrich-Rückert-Preis der Stadt Schweinfurt.
Claudia Wiener, geb. 1964. Sie lehrt nach ihrer Promotion über Friedrich Rückert an der Ludwig-Maximilians-Universität München Klassische Philologie und war lange Jahre Herausgeberin der Rückert-Studien.
Details
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Belletristik, Lyrik & Dramatik
Rubrik: Belletristik
Medium: Buch
Inhalt: 480 S.
ISBN-13: 9783835351301
ISBN-10: 3835351303
Sprache: Deutsch
Einband: Leinen (im Schuber)
Autor: Rückert, Friedrich
Redaktion: Kreutner, Rudolf
Wiener, Claudia
Herausgeber: Rudolf Kreutner/Claudia Wiener
Hersteller: Wallstein
Verantwortliche Person für die EU: Wallstein Verlag GmbH, Geiststr. 11, D-37073 Göttingen, info@wallstein-verlag.de
Maße: 20 x 120 x 200 mm
Von/Mit: Friedrich Rückert
Erscheinungsdatum: 30.03.2022
Gewicht: 0,564 kg
Artikel-ID: 120837677