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Beschreibung
Richard Wagners Parsifal, 1882 in Bayreuth uraufgeführt, ist kein Roman, sondern ein als Bühnenweihfestspiel konzipiertes Musikdrama, dessen Text dennoch als dichterisches Werk von großer Eigenständigkeit lesbar ist. Auf der Grundlage mittelalterlicher Gralsüberlieferungen, besonders Wolfram von Eschenbach, entfaltet Wagner eine Handlung um Schuld, Mitleid, Verführung und Erlösung: Amfortas' unheilbare Wunde, Kundrys zerrissene Existenz und Parsifals Weg vom unwissenden Toren zum wissenden Erlöser bilden ein symbolisch dichtes Gefüge. Der Stil verbindet archaisierende Sprache, leitmotivische Semantik und metaphysische Deutungstiefe. Wagner, 1813 in Leipzig geboren und 1883 in Venedig gestorben, schrieb Parsifal am Ende eines Lebens, das von künstlerischer Radikalität, politischem Exil, ästhetischer Theorie und religiös-philosophischer Spekulation geprägt war. Seine Idee des Gesamtkunstwerks, seine Beschäftigung mit Schopenhauer, christlicher Mystik, buddhistischen Motiven und der Krise moderner Kultur führten zu einem Werk, das zugleich Bekenntnis, Ritual und Kunstexperiment ist. Auch Wagners problematische Weltanschauung bleibt Teil des historischen Kontextes. Parsifal empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Dichtung, Musiktheater und Ideengeschichte zusammendenken möchten. Wer bereit ist, die symbolischen Schichten jenseits bloßer Handlung zu verfolgen, begegnet einem späten Hauptwerk europäischer Kunst, dessen Faszination gerade aus seiner Ambivalenz erwächst.
Richard Wagners Parsifal, 1882 in Bayreuth uraufgeführt, ist kein Roman, sondern ein als Bühnenweihfestspiel konzipiertes Musikdrama, dessen Text dennoch als dichterisches Werk von großer Eigenständigkeit lesbar ist. Auf der Grundlage mittelalterlicher Gralsüberlieferungen, besonders Wolfram von Eschenbach, entfaltet Wagner eine Handlung um Schuld, Mitleid, Verführung und Erlösung: Amfortas' unheilbare Wunde, Kundrys zerrissene Existenz und Parsifals Weg vom unwissenden Toren zum wissenden Erlöser bilden ein symbolisch dichtes Gefüge. Der Stil verbindet archaisierende Sprache, leitmotivische Semantik und metaphysische Deutungstiefe. Wagner, 1813 in Leipzig geboren und 1883 in Venedig gestorben, schrieb Parsifal am Ende eines Lebens, das von künstlerischer Radikalität, politischem Exil, ästhetischer Theorie und religiös-philosophischer Spekulation geprägt war. Seine Idee des Gesamtkunstwerks, seine Beschäftigung mit Schopenhauer, christlicher Mystik, buddhistischen Motiven und der Krise moderner Kultur führten zu einem Werk, das zugleich Bekenntnis, Ritual und Kunstexperiment ist. Auch Wagners problematische Weltanschauung bleibt Teil des historischen Kontextes. Parsifal empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Dichtung, Musiktheater und Ideengeschichte zusammendenken möchten. Wer bereit ist, die symbolischen Schichten jenseits bloßer Handlung zu verfolgen, begegnet einem späten Hauptwerk europäischer Kunst, dessen Faszination gerade aus seiner Ambivalenz erwächst.
Details
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Musik
Rubrik: Kunst & Musik
Thema: Allg. Handbücher & Lexika
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 52 S.
ISBN-13: 9788027253647
ISBN-10: 8027253640
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Wagner, Richard
Hersteller: Musaicum Books
Verantwortliche Person für die EU: OK Publishing s.r.o., 20a, Kosíre, Zahradníckova 1220, ?-150 00 Prague, obrody@gmail.com
Maße: 220 x 160 x 3 mm
Von/Mit: Richard Wagner
Erscheinungsdatum: 08.05.2019
Gewicht: 0,093 kg
Artikel-ID: 121348689