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Beschreibung
Die von Améry zum Zeitgeschehen verfaßten Kommentare und Analysen sind wegen ihrer gedanklichen Schärfe und stilistischen Brillanz heute noch lesenswert - und die wichtigsten von ihnen hat Stephan Steiner für diesen Band neu gelesen und kommentiert. Sie greifen Fragen der deutschen und internationalen Nachkriegsgeschichte auf: die der Nachwirkungen der NS-Epoche, des Antisemitismus- Problems und der politischen Nachkriegsordnung. Améry hat über Gewalt, über die Anziehungskraft radikaler Bewegungen nachgedacht, über die heimatlose Linke, und früh schon taucht in seinen Analysen die Frage des politischen Terrorismus auf.
Die stupende thematische Vielfalt der Publizistik Amérys macht diesen Band zu einem Kompendium der deutschen Nachkriegsgeschichte - und sie zeigt einen etwas anderen Améry: »Hier erscheint er als aktivistisch, den Puls der Zeit fühlend, nicht selten hoffnungsgeladen. Zwischen dem aus Auschwitz Befreiten und dem Toten von Salzburg liegen immerhin 30 Jahre, in denen gelebt, debattiert und auch gekämpft wurde« (Steiner). Radikaler Humanismus ist der Maßstab dieser aufregend aktuellen Texte.
Die von Améry zum Zeitgeschehen verfaßten Kommentare und Analysen sind wegen ihrer gedanklichen Schärfe und stilistischen Brillanz heute noch lesenswert - und die wichtigsten von ihnen hat Stephan Steiner für diesen Band neu gelesen und kommentiert. Sie greifen Fragen der deutschen und internationalen Nachkriegsgeschichte auf: die der Nachwirkungen der NS-Epoche, des Antisemitismus- Problems und der politischen Nachkriegsordnung. Améry hat über Gewalt, über die Anziehungskraft radikaler Bewegungen nachgedacht, über die heimatlose Linke, und früh schon taucht in seinen Analysen die Frage des politischen Terrorismus auf.
Die stupende thematische Vielfalt der Publizistik Amérys macht diesen Band zu einem Kompendium der deutschen Nachkriegsgeschichte - und sie zeigt einen etwas anderen Améry: »Hier erscheint er als aktivistisch, den Puls der Zeit fühlend, nicht selten hoffnungsgeladen. Zwischen dem aus Auschwitz Befreiten und dem Toten von Salzburg liegen immerhin 30 Jahre, in denen gelebt, debattiert und auch gekämpft wurde« (Steiner). Radikaler Humanismus ist der Maßstab dieser aufregend aktuellen Texte.
Zusammenfassung
Jean Améry, im Oktober 1912 als Hans Mayer in Wien geboren, zählt zu den bedeutendsten europäischen Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine bahnbrechenden Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern bekannt gemacht und konfrontiert.
Jean Améry starb im Oktober 1978 durch eigene Hand.

Von Irene Heidelberger-Leonard ist bei Klett-Cotta eine Biographie von Jean Améry erschienen.

Bei Klett-Cotta erscheint die neunbändige, reich kommentierte Werkausgabe mit zahlreichen noch nicht veröffentlichten Texten. Damit besteht zum ersten Mal ein Gesamtüberblick über das vielseitige Werk Amérys.

Irene Heidelberger-Leonard, geboren 1944 in der Emigration in Frankreich, war Professorin an der Université Libre de Bruxelles und publizierte zu Günter Grass, Alfred Andersch, Jurek Becker, W. G. Sebald und Imre Kertész. Sie ist die Gesamtherausgeberin der bei Klett-Cotta erscheinenden Améry-Werkausgabe. Für ihre Biographie "Jean Améry. Revolte in der Resignation" (2004) erhielt sie den Preis der Einhard-Stiftung für herausragende Biografik.

Inhaltsverzeichnis

Terror der Aktualität. Statt eines Vorworts (1971)

Nazismus und jüdische Unruhe

a. Mein Judentum
- Mein Judentum (1978)
b. Das Dritte Reich als Erfahrung, Bezugspunkt und Drohung
- Brief an Hans Egon Holthusen (1967)
- Brief an Simon Wiesenthal (1970)
- Gespräch über Leben und Ende des Herbert Törleß. Herbert Törleß aus Robert Musil »Die Verwirrungen des Zöglings Törleß« (1971)
- Offener Brief an Albert Speer (1975)
- Brief an Erich Fried (1975)
- Wenn die den Krieg gewonnen hätten ... Selbstzeugnisse zur »Jugend im Dritten Reich« (1976)
- Die Zeit der Rehabilitierung. Das Dritte Reich und die geschichtliche Objektivität (1976)
- Über das unbeschreibliche Schreiben (1977)
- Des Teufels Blechtrommler. Über Joseph Goebbels' »TAGEBÜCHER 1945« (1977)
- [Öffentliche Äußerung zu Albert Speer, in dessen Anwesenheit] (1978)
- Anmerkungen zu Anmerkungen. Sebastian Haffners Hitler-Bild (1978)
- Das Unverjährbare (1978)
c. Antizionismus als neuer Antisemitismus/Israel
- Der ehrbare Antisemitismus (1969)
- Die Linke und der »Zionismus« (1969)
- Juden, Linke - linke Juden. Ein politisches Problem ändert seine Konturen (1973)
- Der neue Antisemitismus (1976)
- Shylock, der Kitsch und die Gefahr (1976)
- Der ehrbare Antisemitismus. Rede zur Woche der Brüderlichkeit (1976)
- Grenzen der Solidarität. Die Diaspora-Juden und Israel (1977)

Geburt der Gegenwart
a. Nach-Krieg
- Die Verbündeten. Unzeitgemäße Betrachtung zur Remilitarisierung Deutschlands (1950)
- Ihr seid wieder wer! Brief an einen Bürger der Bundesrepublik Deutschland (1969)
- Das nicht ganz heimliche Deutschland (1976)
- Protest von links (1976)
- Erwägungen über die deutsch-französischen Beziehungen (1978)
b. Alltagsgeschichte als Zeitgeschichte
- Vom Amüsement in die Depression (1955)
- Ostblock: Menschenrecht auf die 4 Räder. Zur Sozialpsychologie des Privatwagenbesitzes (1966)
- »Hexenjagd« auf harmlose Außenseiter. Proteste gegen die Erfolgs-Religion (1966)
- Revolution des Ennui (1969)

Links, wo keine Heimat ist
a. Alte Linke - Neue Linke
- Diskussion über den Protest der Jugend (1967)
- Reise ans Ende der Revolution. Notizen von einer Frankreichfahrt (1968)
- Kann man noch Linksintellektueller sein? (1968)
- Weiter Weg zu Danton. Der Rebell Daniel Cohn-Bendit (1969)
- Müssen Revolutionäre Flegel sein? (1972)
- Revolution - Fetisch oder Aktualität? (1973)
- Sich nicht erpressen lassen (1973)
- Für eine Volksfront dieser Zeit. Prinzipien einer aktuellen Linken (1974)
- [Chile nach dem Putsch] (1975)
- Regionalismus: Notwendigkeit, Ideologie - oder Ersatzrevolution? Randnotizen zur Publikation »Thema: Regionalismus« (1977)
b. Terrorismus
- Wir Helfershelfer. Zur Frage von Theorie und Praxis (1972)
- Die Ermittlung (1974)
- Zwei Worte - Ein Skandal (1974)
- Bürgerkrieg in Deutschland? Offener Brief an Golo Mann (1977)
- Brief an Günther Anders (1977)

Gewalt und Gegengewalt
- ... wie eine Herde von Schafen? (1966)
- Erlösung in der Revolte (1966)
- Wer Wind sät. Zum Tode von Dr. Martin Luther King (1968)
- Die Geburt des Menschen aus dem Geiste der Violenz. Der Revolutionär Frantz Fanon (1968)
- Im Warteraum des Todes (1969)
- Grenzen politischer Gewaltphilosophie (1970)
- Konter-Violenz als Not-Wehr. Randbemerkungen zur Phänomenologie der Gewalt (1971)
- Über die Anziehungskraft radikaler Bewegu

Details
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Belletristik, Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Thema: Gesamtausgaben
Medium: Buch
Inhalt: 679 S.
ISBN-13: 9783608935677
ISBN-10: 3608935673
Sprache: Deutsch
Einband: Gebunden
Autor: Amery, Jean
Redaktion: Heidelberger-Leonard, Irene
Herausgeber: Irene Heidelberger-Leonard
Auflage: 1. Aufl. 2005
Hersteller: Klett-Cotta
Verantwortliche Person für die EU: J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Rotebühlstr. 77, D-70178 Stuttgart, produktsicherheit@klett-cotta.de
Abbildungen: Lesebändchen
Maße: 211 x 136 x 37 mm
Von/Mit: Jean Amery
Erscheinungsdatum: 05.10.2005
Gewicht: 0,78 kg
Artikel-ID: 103583627

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